Renate Buser – «Relief»

Renate Buser
Fotografie auf Aluminium abgekantet, weiss lackiert, Relief
Y
2023, 19 x 24 x 3.5 cm
Sonderedition

CHF 780.-

Renate Buser
Fotografie auf Papier,
aufgezogen auf Museumskarton
Hexagon 1
2023, 92 x 92cm
Edition 3 + 1 EA

Renate Buser
Fotografie auf Papier, 
aufgezogen auf Museumskarton
Hexagon 2
2023, 92 x 92cm
Edition 3 + 1 EA

Renate Buser
Fotografie auf Papier, 
aufgezogen auf Museumskarton
Hexagon 3
2023, 92 x 92cm
Edition 3 + 1 EA

Renate Buser
Digitaldruck auf Aluminium, weiss lackiert
Goshen Innenhof 2
2015, 144.5 x 95 x 3 cm
Edition 3 + 1 EA

Renate Buser
Digitaldruck auf Aluminium, 
weiss lackiert, Relief
Westmount Square
2015, 113 x 75 x 2.5 cm
Edition 3 + 1 EA

Renate Buser
Fotografie auf Aluminium abgekantet, 
weiss lackiert, Relief
Colonne
2023, 48.5 x 69.5 x 1.5 cm
Edition 3 + 1 EA

Renate Buser

Digitalprint auf Barytpapier, 
ab Negativ 4/5inch, 
aufgezogen auf Aluminium
PJ-SI-06-A (Pierre Jeanneret)
2022-23, 37 x 44 cm
Edition 3 + 1 EA

Renate Buser
Digitalprint auf Barytpapier, 
ab Negativ 4/5inch, 
aufgezogen auf Aluminium
G 59 (Ernst Müller)
2022-23, 37 x 44 cm
Edition 3 + 1 EA

Renate Buser
Digitalprint auf Barytpapier, 
ab Negativ 4/5inch, 
aufgezogen auf Aluminium
Loop (Willy Guhl)
2022-23, 37 x 44 cm
Edition 3 + 1 EA

Renate Buser – RELIEF

Was den Unterschied zwischen dem Objekt oder dem Raum und ihrer fotografischen Aufnahme ausmacht ist das, was die Ausstellung RELIEF erforscht. Denn einerseits legen die Vorschläge der Künstlerin mit dem Fotodruck die Wirklichkeit flach und verwandeln sie in ein Bild, und andrerseits widerlegen die Interventionen mit anderen Materialien, wie zum Beispiel die Einführung von Glas oder das Falten, diese Illusion, indem sie diese Fotografien reliefartig erscheinen lassen. Relief ist das, was sowohl Bild als auch Skulptur ist.

Zunächst mit dem ehemaligen Deckenrelief eines Schwimmbads, das Renate beim Rückenschwimmen hatte betrachten können. Die Verlagerung und Neukontextualisierung dieser dekorativen Module an der Wand der Galerie — eine « Ready-Made » – Geste par excellence — wird von einer « Bildlegende » begleitet die, wie in einem Museum darauf hinweist, dass die Fotografie des Reliefs viel mehr aussagt, als das Relief selbst: indem ein Lichtmoment festgehalten wird, wird eben der Gegenstand in ein Bild verwandelt – flach, ohne Relief.

Das Sechseck aus Holz, das in der optischen Mehrdeutigkeit seiner Form erfasst wird, gehört ebenfalls zum Register des visuellen Spiels mit Wahrnehmungsentfremdungen, indem es mal zum Würfel und mal zur Ebene wird; mit anderen Worten, es dekonstruiert sich selbst und lässt den Betrachter im Ungewissen.

Allerdings wird die Oberfläche selbst einiger von Renate Busers Bildern durch Eingriffe, nämlich durch die Faltung des Bildträgers, durchbrochen; dadurch wird eine andere Leserichtung erzwungen, was die räumliche Glaubwürdigkeit untergräbt und gleichzeitig ihre Kraftlinien verlängert.

Diese Reliefs stellen, mit dem optischen Spiel zwischen Flachheit und Relief und, wie wir bei anderen Arbeiten sehen, zwischen Innen und Aussen, die Lesart des (richtigen) Sinns der Dinge in Frage, und berühren dabei die kognitive Schwelle zwischen Illusion und Wahrscheinlichkeit.

Die Schwelle ist das, was Leone Battista Alberti über das Gemälde als Fenster zur Welt gesagt hat. Allerdings ist das Fenster viel komplexer als eine einfache Öffnung, die einen Rahmen bildet. Tatsächlich hatte Marcel Duchamp mit seiner Fresh Window angedeutet, dass man nicht nur durch das Fenster schauen, sondern auch dem Fenster selbst als Vorrichtung Aufmerksamkeit schenken sollte.

In Renate Busers Vorschlägen — wo das Fenster zum Subjekt und nicht nur zum rahmenden Instrument wird — ist die Schwelle eine Frage des Filters, des Glanzes, der Unter- und Überbelichtung, der Ausrichtung des Lichts: kurz gesagt, eine skopische Komplexität.

Das Haus, mit seinen Öffnungen wie « Augen zur Welt» ist auch das « Zuhause », das Innere. Es sind diese Grenzen, die die Ausstellung RELIEF auslotet.

Untergeschoss

Wir können die von Renate Buser fotografierten Stühle wie Porträts betrachten. Diese Stühle, die manchmal zwei übereinanderliegende Ansichten enthalten, sind auf einer sehr niedrigen Ebene aufgenommen — auf « ihrer » Ebene, wie bei einer Porträterfassung. Diese Fotografien beschwören nicht nur die abwesende Präsenz ihrer Designer herauf, sondern zeigen diese Leere als Erwartung. Diese Sitze erinnern uns an das System der Porträtaufnahmen in den Anfängen der Fotografie wo, wie Roland Barthes schrieb, die langen Pausen der Kamera die langen Posen des Modells erforderten, das in einen Sitz gezwängt war mit Prothesen, die den Nacken stützten, um zu verhindern, dass das Modell sich bewegte.

Robert Ireland ; Herbst 2023